Fachwissen für digitale Entscheidungen
Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand?
Kurzantwort
Festpreis
Passt, wenn der Umfang schriftlich abgegrenzt ist und sich nicht ändern wird.
Vorteil: Planungssicherheit.
Nachteil: Der Dienstleister trägt das Risiko und preist es ein – Sie zahlen einen Aufschlag für Unsicherheit, auch wenn sie sich nicht verwirklicht. Und jede Änderung wird zur Nachverhandlung, was Zeit kostet und das Verhältnis belastet.
Der versteckte Effekt: Bei einem Festpreis ist es für beide Seiten wirtschaftlich, den Umfang eng auszulegen. Gute Ideen, die im Projekt entstehen, fallen dann heraus.
Abrechnung nach Aufwand
Passt, wenn sich Anforderungen im Verlauf klären – was bei Software die Regel ist, nicht die Ausnahme.
Vorteil: Sie zahlen, was gebaut wird, und können jederzeit umpriorisieren.
Nachteil: Erfordert Vertrauen und Aufmerksamkeit. Ohne regelmässigen Abgleich verliert man die Kostenkontrolle.
Der Mittelweg, den wir empfehlen
- Festpreis für das Konzept. Überschaubarer Betrag, klar abgegrenzt. Am Ende steht eine belastbare Schätzung.
- Umsetzung nach Aufwand mit Rahmen. Ein vereinbarter Höchstbetrag, bei dessen Erreichen gemeinsam entschieden wird.
- Abrechnung in kurzen Abschnitten. Nach jedem Abschnitt sehen Sie einen lauffähigen Stand und wissen, wo Sie stehen.
So trägt keine Seite ein Risiko allein, und Sie können jederzeit aussteigen, ohne mit nichts dazustehen.
Woran man einen unseriösen Festpreis erkennt
Er wird genannt, bevor jemand die Abläufe kennt. Wer nach einem Telefongespräch eine Zahl nennt, hat entweder viel Puffer eingerechnet oder plant, nachzuverhandeln.
Kernfakten
- Festpreis
- Nur bei klar abgegrenztem Umfang
- Empfehlung
- Festpreis fürs Konzept, danach Aufwand mit Rahmen
- Warnzeichen
- Festpreis ohne Kenntnis der Abläufe
Quellen
Alle externen Angaben nachvollziehbar belegt.- 01