Fachwissen für digitale Entscheidungen
Was ist ein MVP und warum beginnt man damit?
Kurzantwort
Was ein MVP ist – und was nicht
Ist es: eine Fassung, die einen vollständigen Ablauf abdeckt und im Alltag benutzt werden kann. Weniger Funktionen, aber die vorhandenen funktionieren.
Ist es nicht: eine halbfertige Version mit vielen Funktionen, die alle nicht richtig laufen. Das ist kein MVP, sondern ein unfertiges Produkt.
Ein Bild dazu: Ein MVP ist kein halbes Auto, sondern ein Fahrrad. Man kommt damit von A nach B.
Warum das Geld spart
Erfahrungsgemäss wird ein erheblicher Teil der zunächst gewünschten Funktionen im ersten Jahr kaum genutzt. Welcher Teil das ist, weiss vorher niemand – auch Sie nicht. Ein MVP macht es innerhalb weniger Wochen sichtbar, statt nach einem Jahr.
Wie man ihn zuschneidet
Nicht nach „was ist einfach", sondern nach einem vollständigen Weg durch den Prozess. Beispiel Kundenportal:
- Im MVP: anmelden, Vorgang anlegen, Status sehen
- Später: Dateianhänge, Benachrichtigungen, Auswertungen, Rollen, Massenbearbeitung
Der erste Teil ist im Alltag nutzbar. Ein „MVP", bei dem man sich anmelden, aber nichts tun kann, ist keiner.
Der häufigste Fehler
Den MVP als Wegwerfversion zu behandeln. Er ist die Grundlage, auf der weitergebaut wird – deshalb gelten dafür dieselben Ansprüche an Codequalität, Tests und Sicherheit wie später auch.
Kernfakten
- MVP
- Minimum Viable Product – kleinste nützliche Fassung
- Zuschnitt
- Ein vollständiger Weg durch den Prozess
- Kein MVP
- Viele Funktionen, alle halbfertig