Frage Nachvollziehbar belegt

Fachwissen für digitale Entscheidungen

Was ist ein MVP und warum beginnt man damit?

Kurzantwort

Ein MVP (Minimum Viable Product) ist die kleinste Fassung einer Software, die im Alltag echten Nutzen stiftet. Nicht ein unfertiges Produkt, sondern ein fertiges kleines. Der Sinn: Annahmen früh an der Wirklichkeit prüfen, statt sechs Monate an Funktionen zu bauen, die niemand braucht.

Was ein MVP ist – und was nicht

Ist es: eine Fassung, die einen vollständigen Ablauf abdeckt und im Alltag benutzt werden kann. Weniger Funktionen, aber die vorhandenen funktionieren.

Ist es nicht: eine halbfertige Version mit vielen Funktionen, die alle nicht richtig laufen. Das ist kein MVP, sondern ein unfertiges Produkt.

Ein Bild dazu: Ein MVP ist kein halbes Auto, sondern ein Fahrrad. Man kommt damit von A nach B.

Warum das Geld spart

Erfahrungsgemäss wird ein erheblicher Teil der zunächst gewünschten Funktionen im ersten Jahr kaum genutzt. Welcher Teil das ist, weiss vorher niemand – auch Sie nicht. Ein MVP macht es innerhalb weniger Wochen sichtbar, statt nach einem Jahr.

Wie man ihn zuschneidet

Nicht nach „was ist einfach", sondern nach einem vollständigen Weg durch den Prozess. Beispiel Kundenportal:

  • Im MVP: anmelden, Vorgang anlegen, Status sehen
  • Später: Dateianhänge, Benachrichtigungen, Auswertungen, Rollen, Massenbearbeitung

Der erste Teil ist im Alltag nutzbar. Ein „MVP", bei dem man sich anmelden, aber nichts tun kann, ist keiner.

Der häufigste Fehler

Den MVP als Wegwerfversion zu behandeln. Er ist die Grundlage, auf der weitergebaut wird – deshalb gelten dafür dieselben Ansprüche an Codequalität, Tests und Sicherheit wie später auch.

Kernfakten

MVP
Minimum Viable Product – kleinste nützliche Fassung
Zuschnitt
Ein vollständiger Weg durch den Prozess
Kein MVP
Viele Funktionen, alle halbfertig

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