Fachwissen für digitale Entscheidungen
Wie startet man ein KI-Projekt richtig?
Kurzantwort
Die Reihenfolge
1. Anwendungsfall wählen. Häufig, zeitaufwendig, Fehler billig korrigierbar. Nicht der beeindruckendste, sondern der lohnendste.
2. Ausgangswert messen. Wie viele Vorgänge, wie viel Zeit, wie viele Fehler – heute. Ohne diese Zahl lässt sich später nichts belegen.
3. Testfälle sammeln. Fünfzig echte Fälle mit der richtigen Antwort. Das ist gleichzeitig die Grundlage für jede spätere Modellbewertung.
4. Pilot bauen. Klein, mit Prüfschritt, für eine überschaubare Gruppe.
5. Vier bis acht Wochen laufen lassen und messen.
6. Entscheiden. Ausweiten, anpassen oder einstellen. Einstellen ist ein legitimes Ergebnis.
Was den Start verzögert, ohne zu nützen
- Eine KI-Strategie vor dem ersten Anwendungsfall
- Die Auswahl des Modells vor der Frage, was es tun soll
- Ein Vergleich aller Anbieter
- Eine Arbeitsgruppe
Woran Piloten scheitern
Zu gross gewählt. Ein Anwendungsfall, der fünf Abteilungen betrifft, kommt nie über die Abstimmung hinaus.
Keine echten Daten. Ein Pilot mit Beispieldaten sagt nichts.
Kein Ausgangswert. Am Ende diskutiert man Eindrücke statt Zahlen.
Niemand zuständig. Ohne eine Person, die es täglich begleitet, versandet es.
Der Zeitrahmen
Vom Entschluss bis zum laufenden Piloten sollten wenige Wochen vergehen. Wenn es Monate dauert, ist der Anwendungsfall zu gross gewählt.
Kernfakten
- Erster Schritt
- Anwendungsfall, nicht Strategie oder Modell
- Pflicht vor dem Start
- Ausgangswert messen
- Legitimes Ergebnis
- Den Piloten einstellen
Quellen
Alle externen Angaben nachvollziehbar belegt.- 01