Fachwissen für digitale Entscheidungen
Was ist KI-gestützte Prozessautomatisierung?
Kurzantwort
Der Unterschied zur klassischen Automatisierung
Klassische Automatisierung folgt festen Regeln: Wenn Betreff X, dann Ordner Y. Das funktioniert, solange die Fälle vorhersehbar sind.
KI kommt dort ins Spiel, wo die Eingabe unstrukturiert ist – eine frei formulierte E-Mail, ein eingescannter Lieferschein, ein Protokoll. Das Modell liefert eine Einschätzung, keine Gewissheit.
Was das für den Aufbau bedeutet
Ein belastbarer Ablauf sieht in der Regel so aus:
- Regelbasierte Software nimmt den Vorgang auf.
- Das Modell schlägt eine Einordnung vor – mit Angabe, wie sicher es ist.
- Bei hoher Sicherheit läuft der Vorgang durch, bei niedriger landet er zur Prüfung bei einer Person.
- Jede Entscheidung wird protokolliert.
Der dritte Punkt ist der wichtigste. Ein System, das auch bei Unsicherheit einfach entscheidet, produziert Fehler, die niemand bemerkt.
Typische sinnvolle Einsätze
- Eingehende E-Mails vorsortieren und dem richtigen Vorgang zuordnen
- Rechnungen und Lieferscheine auslesen
- Lange Dokumente zusammenfassen, mit Verweis auf die Fundstelle
- Antwortentwürfe vorbereiten, die eine Person freigibt
Wo Vorsicht angebracht ist
Überall dort, wo eine falsche Einschätzung Geld, Recht oder Vertrauen kostet: Bonität, Kündigungen, medizinische Fragen, rechtliche Auskünfte. Hier darf ein Modell zuarbeiten, aber nicht entscheiden.
Kernfakten
- Kernprinzip
- Modell schlägt vor, Regeln steuern, Mensch entscheidet im Zweifel
- Voraussetzung
- Protokollierung jeder automatisierten Entscheidung
Quellen
Alle externen Angaben nachvollziehbar belegt.- 01