Fachwissen für digitale Entscheidungen
Wie stellt man im Unternehmen auf E-Rechnung um?
Kurzantwort
Schritt 1: Empfang (bereits Pflicht)
- Ein dediziertes Postfach für Rechnungseingänge einrichten
- Software beschaffen, die XRechnung und ZUGFeRD lesen und anzeigen kann
- Festlegen, wer eingehende Rechnungen prüft und freigibt
Schritt 2: Archivierung
- Ablage klären, die den strukturierten Datenteil unverändert aufbewahrt
- Aufbewahrungsfrist von acht Jahren technisch abbilden
- Verfahrensdokumentation nach GoBD erstellen oder ergänzen
Schritt 3: Versand
- Prüfen, ob das vorhandene Rechnungsprogramm E-Rechnungen erzeugen kann
- Format festlegen: XRechnung für Behörden, ZUGFeRD für gemischte Empfänger
- Stammdaten vervollständigen – Leitweg-ID bei Behörden, korrekte Steuerkennzeichen, vollständige Anschriften. Hier scheitern die meisten ersten Versuche.
- Mit einem wohlgesonnenen Empfänger testen, bevor umgestellt wird
Schritt 4: Automatisieren
- Eingangsprüfung gegen die Norm
- Automatische Zuordnung zu Bestellung oder Auftrag
- Freigabeworkflow und Übergabe an die Buchhaltung
Zeitlicher Rahmen
Der Empfang lässt sich kurzfristig herstellen. Der Versand braucht mehr Zeit, weil er die Stammdatenqualität aufdeckt: fehlende Steuernummern, veraltete Anschriften, uneinheitliche Artikelbezeichnungen. Diese Aufräumarbeit ist der eigentliche Aufwand – nicht die Technik.
Der häufigste Fehler
Die Umstellung als reines IT-Thema zu behandeln. Betroffen sind Einkauf, Vertrieb, Buchhaltung und die Stammdatenpflege. Ohne diese Beteiligten entsteht ein System, das formal korrekte Rechnungen mit falschen Inhalten verschickt.
Kernfakten
- Reihenfolge
- Empfang → Archivierung → Versand → Automatisierung
- Grösster Aufwand
- Stammdaten bereinigen, nicht die Technik
Quellen
Alle externen Angaben nachvollziehbar belegt.-
01
Fragen und Antworten zur obligatorischen E-Rechnung ab 1. Januar 2025 Bundesministerium der Finanzen
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02
§ 14 UStG – Ausstellung von Rechnungen Bundesministerium der Justiz